Baustrom Prüfprotokoll – Baustromverteiler nach VDE 0105-100 / DGUV V3
Der Baustromverteiler ist die zentrale Energiequelle auf jeder Baustelle – und gleichzeitig eine der häufigsten Unfallursachen, wenn er nicht regelmäßig geprüft wird. Nach VDE 0105-100 und DGUV Vorschrift 3 § 5 muss jeder Baustromkasten vor Inbetriebnahme (Erstprüfung) und in wiederkehrenden Intervallen (mindestens alle 3 Monate auf Baustellen) geprüft und protokolliert werden. Diese Vorlage erfasst alle Pflichtangaben in einem Durchgang: Verteilnetzbetreiber (VNB), Kunde, Standort des Baustromkastens, Prüfdatum, Art der Prüfung (Erst- oder Wiederholungsprüfung), je RCD-Kreis Nennstrom In und Auslösestrom ΔN, ermittelte Messwerte (Berührungsspannung in V, Kurzschlussstrom in kA, Auslösezeit in ms, Schleifenwiderstand in Ω), Steckdosenausstattung (CEE 16/32/63 A und Schuko) sowie beidseitige Touch-Unterschrift.

Wann ist die Prüfung des Baustromverteilers Pflicht?
Die DGUV Vorschrift 3 § 5 und die DIN VDE 0105-100 verlangen für ortsveränderliche elektrische Anlagen auf Baustellen besonders kurze Prüfintervalle, weil sie mechanisch stark beansprucht werden, Feuchtigkeit, Staub und Witterung ausgesetzt sind. Typische Anlässe:
- Erstprüfung vor erstmaliger Inbetriebnahme des Baustromkastens
- Wiederholungsprüfung mindestens alle 3 Monate während der gesamten Bauzeit (DGUV Information 203-006)
- Nach jeder Reparatur, Änderung oder mechanischer Beschädigung des Verteilers
- Nach Umsetzen des Baustromkastens auf eine andere Baustelle oder anderen Standort
- Bei Übergabe zwischen Gewerken (Rohbau → Ausbau → Haustechnik)
- Vor Saisonbeginn nach längerer Standzeit über den Winter
- Nach Blitzschlag, Überspannungsereignis oder ausgelöstem RCD ohne klare Ursache
Pflichtinhalte des Baustrom-Prüfprotokolls
Damit das Protokoll vor BG, Bauherr und im Schadensfall trägt, müssen folgende Inhalte vollständig erfasst sein:
- Anschrift des Verteilnetzbetreibers (VNB) mit Ansprechpartner und Kontakt
- Anschrift des Kunden / Bauherrn mit Ansprechpartner
- Standort des Baustromkastens: Bauvorhaben, Straße, PLZ, Ort
- Prüfdatum und Art der Prüfung: Erstprüfung oder Wiederholungsprüfung
- Geprüfte Normen: VDE 0105-100, DGUV Vorschrift 3 § 5
- Auswahl Schutzorgan je RCD-Kreis: Nennstrom In [A] und Auslösestrom ΔN [mA]
- Ermittelte Messergebnisse je RCD-Kreis: Berührungsspannung [V], Kurzschlussstrom [kA], Auslösezeit [ms], Schleifenwiderstand [Ω]
- Ausstattung des Verteilers: Anzahl CEE 16 A, CEE 32 A, CEE 63 A, Schuko-Steckdosen
- Eingesetztes Messgerät: Hersteller, Typ, Seriennummer, letztes Kalibrierdatum
- Mängel, durchgeführte Maßnahmen, Folgeprüfungstermin
- Ort, Datum, Unterschrift Prüfer und Kunde / Bauleitung
Was passiert ohne (oder mit fehlerhafter) Baustromprüfung?
Ein nicht geprüfter Baustromverteiler ist eine der häufigsten Ursachen für tödliche Stromunfälle und Brände auf Baustellen. Fehlt das Protokoll, haftet der Errichter bzw. der Unternehmer, der den Verteiler bereitstellt, persönlich – inklusive strafrechtlicher Konsequenzen bei Personenschäden. Die Berufsgenossenschaft kann bei einem Unfall ohne gültiges Prüfprotokoll Regressforderungen in voller Höhe stellen, die Bauleitung muss bei Kontrollen den aktuellen Prüfnachweis vorlegen können (Plakette und Protokoll). Versicherungen kürzen Leistungen bei fehlender Dokumentation. Ein RCD mit zu langer Auslösezeit (> 300 ms bei ΔN 30 mA) oder zu hoher Berührungsspannung (> 50 V AC) bedeutet Lebensgefahr – ohne dokumentierte Messung bleibt der Mangel unentdeckt.
Digital prüfen statt Papierprotokoll im Bauwagen
Klassisch wird das Baustrom-Prüfprotokoll auf Papier oder einem Word-Formular im Bauwagen erfasst – mit den typischen Folgen: unleserliche Messwerte, verlorene Blätter, kein Zugriff im Büro, fehlende Unterschriften, kein Foto-Nachweis der Plakette. ProtocolHero erstellt das Baustrom-Prüfprotokoll direkt am Tablet vor dem Verteiler: VNB- und Kundenstammdaten vorausgefüllt, RCD-Kreise als wiederholbare Block-Struktur (beliebig viele Kreise je nach Verteilergröße), automatische Plausibilitätsprüfung (Berührungsspannung ≤ 50 V, Auslösezeit ≤ 300 ms), Messgerätedaten mit Kalibrierwarnung, Foto-Nachweis der Plakette und des Verteilers, beidseitige Touch-Unterschrift vor Ort, automatischer PDF-Versand an Bauleitung, Bauherr und ggf. VNB sowie revisionssichere Archivierung mit Wiedervorlage zur nächsten 3-Monats-Prüfung.
Häufige Fragen
Wie oft muss ein Baustromverteiler geprüft werden?
Nach DGUV Vorschrift 3 in Verbindung mit DGUV Information 203-006 sind Baustromverteiler als ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel auf Baustellen mindestens alle 3 Monate zu prüfen – plus Erstprüfung vor Inbetriebnahme und Prüfung nach jeder Reparatur oder mechanischen Beschädigung. Bei besonders rauen Einsatzbedingungen (z. B. Tiefbau, Tunnelbau) können kürzere Intervalle erforderlich sein. Die Prüfung muss durch eine Elektrofachkraft erfolgen, das Protokoll bleibt während der gesamten Bauzeit am Verteiler oder im Bauwagen verfügbar.
Welche Grenzwerte gelten für Berührungsspannung und Auslösezeit?
Die Berührungsspannung UB darf 50 V AC (bzw. 120 V DC) nicht überschreiten – auf Baustellen wird häufig der strengere Wert 25 V AC angesetzt (erhöhte elektrische Gefährdung, feuchte Umgebung). Die Auslösezeit des RCD muss bei ΔN (z. B. 30 mA) unter 300 ms liegen, beim 5-fachen Bemessungsfehlerstrom (5 × ΔN) unter 40 ms. Der Schleifenwiderstand muss so niedrig sein, dass im Fehlerfall der erwartete Kurzschlussstrom das vorgelagerte Schutzorgan zuverlässig auslöst (typisch < 1,5 Ω je nach Vorsicherung). ProtocolHero rechnet die Grenzwerte automatisch gegen die eingetragenen Messwerte und markiert Überschreitungen rot.
Was bedeutet Erstprüfung vs. Wiederholungsprüfung?
Die Erstprüfung erfolgt vor der ersten Inbetriebnahme des Baustromverteilers – sie umfasst Sichtprüfung, Erprobung und vollständige Messung aller RCD-Kreise, Schleifenwiderstände und Schutzleiter. Die Wiederholungsprüfung wird in den vorgeschriebenen Intervallen (alle 3 Monate auf Baustellen) durchgeführt und prüft, ob die Anlage weiterhin den Anforderungen entspricht – insbesondere RCD-Funktion (Test-Taste und Messung der Auslösezeit), Sichtprüfung auf mechanische Schäden, Kabelzustand und Plakettenkontrolle. Beide Prüfarten werden im selben Protokollformat dokumentiert, ProtocolHero markiert die Auswahl klar im PDF.
Wer darf den Baustromverteiler prüfen?
Die Prüfung darf nur durch eine Elektrofachkraft (EFK) bzw. eine elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) unter Leitung einer EFK erfolgen, ausgestattet mit geeigneten und kalibrierten Messgeräten nach DIN EN 61557 (Installationstester). Eine elektrotechnisch unterwiesene Person allein reicht nicht, der Prüfer muss in der Lage sein, die Messergebnisse zu bewerten und Mängel sicher einzuschätzen. Im Protokoll wird der Prüfer namentlich erfasst, ProtocolHero ergänzt automatisch Datum, Uhrzeit und Mitarbeiter-ID.
Welche Messgeräte sind für die Baustromprüfung erforderlich?
Eingesetzt werden Installationstester nach DIN EN 61557 – diese messen Schleifenwiderstand, RCD-Auslösezeit, Auslösestrom, Berührungsspannung, Isolationswiderstand und Durchgang. Typische Geräte: Gossen Metrawatt Profitest MTECH+, Fluke 1664 FC, Megger MFT-X1, Benning IT200. Das Gerät muss kalibriert sein (üblich: jährliche Kalibrierung), Kalibrierschein und Seriennummer gehören ins Protokoll. ProtocolHero hinterlegt Messgeräte zentral, warnt vor abgelaufener Kalibrierung und übernimmt Hersteller, Typ und Seriennummer automatisch ins Prüfprotokoll.
Kann ich das Protokoll offline auf der Baustelle erstellen?
Ja. ProtocolHero funktioniert offline – Stammdaten, RCD-Kreise, Messwerte, Fotos und Unterschriften liegen lokal auf dem Tablet und werden synchronisiert, sobald wieder Netz verfügbar ist. Das ist im Rohbau, Keller, Industriehallen oder im Tunnelbau ohne Empfang entscheidend: die Baustromprüfung kann zu jedem Zeitpunkt durchgeführt werden, das fertige PDF geht nach der Synchronisierung automatisch an Bauleitung und Bauherr und liegt revisionssicher in der Projektakte – inklusive Wiedervorlage zur nächsten 3-Monats-Prüfung.
Was ProtocolHero zusätzlich für dich übernimmt
Eine Vorlage allein ist erst der Anfang – ProtocolHero macht aus jedem Protokoll einen durchgängigen digitalen Workflow mit KI-Unterstützung, Workflow-Freigaben und revisionssicherem Archiv.
HERO Assistant – KI-Chat für Dokumentenerstellung
Der HERO Assistant ist der eingebaute KI-Chat von ProtocolHero. Du kannst per Spracheingabe ein komplettes Protokoll anlegen lassen ("Erstelle mir einen neuen Protokoll für Kunde Müller, Baustelle Elbstraße"), oder ein bestehendes PDF / Foto / Word-Dokument hochladen – die KI liest die Struktur aus und baut eine wiederverwendbare Vorlage daraus.
Auto-Fill aus Sprache, Foto und Datei
Beim Ausfüllen kannst du das Protokoll per Sprachsteuerung diktieren – die KI ordnet die Inhalte automatisch den richtigen Feldern zu. Oder du lädst Fotos, Scans, Verträge, Datenblätter oder Ausweise hoch (z. B. Arbeitsvertrag + Personalausweis beim Personalfragebogen, Typenschild beim Wartungsprotokoll, Lieferschein beim Bautagesbericht): Der HERO Assistant extrahiert die Daten und befüllt das Formular vor – du prüfst und unterschreibst.
Foto- und Video-Upload direkt im Dokument
Zu jedem Bauteil, Messpunkt oder Schadensbild kannst du Fotos und Videos direkt aus der App anhängen. Videos sind besonders nützlich, wenn ein Schadensbild dynamisch ist (laufendes Wasser, tropfende Leitung, ungewöhnliche Geräusche an einer Anlage) – ein einzelnes Standbild würde den Befund nicht ausreichend dokumentieren.
Kommentare als Aufgaben – intern und mit dem Kunden
Jede Position im Protokoll kann kommentiert und als Aufgabe an einen Kollegen, an dich selbst oder direkt an den Kunden zugewiesen werden ("bitte fehlendes Datenblatt nachreichen", "Mangel bis 15.06. beheben"). Kommentare können wahlweise rein intern bleiben oder im freigegebenen Kundenlink mitgeteilt werden.
Workflow: Bearbeiter zuweisen, Prüfer freigeben
Dokumente lassen sich an Kollegen weiterleiten ("zur Vervollständigung an den Monteur", "zur Endkontrolle an den Meister") und können einen festen Prüfer haben, der die letzte fachliche Freigabe erteilt, bevor das Protokoll unterschrieben oder an den Kunden geht.
Activity-Log für lückenlose Nachvollziehbarkeit
Jedes Protokoll hat einen vollständigen Aktivitäts-Verlauf: Wer hat wann was geändert, kommentiert, hochgeladen, freigegeben, unterschrieben. Das Log ist auf Wunsch auch im Kunden-Freigabelink sichtbar – ideal für Auditoren, Versicherer und Kunden, die die Entstehung des Dokuments nachvollziehen wollen.
Eindeutige Protocol-ID je Dokument
Jedes Protokoll bekommt automatisch eine eindeutige Protocol-ID, mit der es sich zweifelsfrei referenzieren, verlinken und im Audit-Trail wiederfinden lässt.
Automatische Berichts-Nummerierung
In KürzeFortlaufende, lückenlose Berichts-Nummern (z. B. Protokoll-2026-001, 002, 003 …) je Dokumenttyp und Kunde – ohne manuelles Vergeben, ohne Dubletten.
Web-Formular & Inbox
In KürzeVorlagen lassen sich als öffentliches Web-Formular auf der eigenen Website einbinden – ein ausgefülltes Protokoll (z. B. Anfrage, Schadensmeldung, Auftragsbestätigung) landet automatisch in deiner ProtocolHero-Inbox zur Weiterbearbeitung.
QR-Code-Etiketten für Anlagen und Bauteile
In KürzeQR-Code-Etiketten pro Anlage / Bauteil / Abschottung, die beim Scannen direkt das hinterlegte Protokoll, die Historie und alle Wartungs- bzw. Prüfdokumente öffnen.



