Erdungsanlage Durchgangsmessung – Protokoll nach DIN 18014
Die Erdungsanlage ist die Lebensader jedes Elektro- und Blitzschutzkonzepts – aber nur, wenn sie nachweislich durchgängig, fachgerecht ausgeführt und korrekt mit dem Potentialausgleich verbunden ist. Die DIN 18014 (Fundamenterder) verlangt für Neubauten zwingend eine schriftliche Dokumentation der Erdungsanlage; die DIN VDE 0100-540 ergänzt die Anforderungen an Erdungsleiter, Schutzleiter und Potentialausgleichsleiter. Diese Vorlage erfasst die Durchgangsmessung vollständig: Auftraggeber und Auftragnehmer, Gebäudedaten (Standort, Nutzung, Bauart, Fundamenttyp, Bauunternehmer, Baujahr), Planer und Errichter der Erdungsanlage, Anschlusspunkte (Haupterdungsschiene, Blitzschutz, Fundamenterder, Potentialausgleich), Messwerte je Anschlusspunkt mit Sollwert ≤ 0,2 Ω, eingesetztes Messgerät mit Seriennummer und Kalibrierdatum, Foto-Nachweis und beidseitige Touch-Unterschrift.

Wann ist eine Durchgangsmessung Pflicht?
Die DIN 18014 fordert die Dokumentation der Erdungsanlage für jeden Neubau – die Durchgangsmessung ist der zentrale Funktionsnachweis und gehört in jede Übergabe an Bauherr, Architekt und Elektroinstallateur. Typische Anlässe:
- Neubau-Inbetriebsetzung: Pflichtdokumentation der Fundamenterderanlage vor Einbau Wände/Putz
- Bauabschnittsübergabe: nach Fertigstellung der Erdungsanlage durch den Rohbauer oder Elektrobetrieb
- Erweiterung oder Umbau: nach Eingriffen in den Fundamenterder, die Haupterdungsschiene oder den Potentialausgleich
- Blitzschutzprüfung: Durchgangsmessung als Bestandteil der wiederkehrenden Prüfung nach DIN EN 62305
- Nachweis bei Sachversicherung, Bauamt oder Netzbetreiber – ohne Protokoll keine Inbetriebsetzung
- Sanierung und Modernisierung: Nachrüstung Tiefenerder oder Ringerder bei Bestandsgebäuden
Pflichtinhalte des Durchgangsmessprotokolls nach DIN 18014
Damit das Protokoll als Funktionsnachweis und Übergabedokument trägt, müssen folgende Inhalte vollständig erfasst sein:
- Auftraggeber und Auftragnehmer: Firma, Anschrift, Ansprechpartner, Kontakt
- Allgemeines: Eigentümer, Datum, Bericht-Nr.
- Gebäudedaten: Standort, Nutzung (Wohn-, Gewerbe-, Sondernutzung), Bauart, Art des Fundaments (Streifen-, Bodenplatte, Pfahlgründung, WU-Beton), Bauunternehmer, Baujahr
- Planer und Errichter der Erdungsanlage: Name und Adresse
- Ausführung des Erders: Material (Bandstahl V4A / verzinkt, Rundstahl, Tiefenerder), Verlegeart (Fundamenterder, Ringerder, Tiefenerder), Anschluss an Bewehrung, Übergangsstellen
- Anschlusspunkte: Haupterdungsschiene (HES), Blitzschutzanschlüsse, Anschluss Potentialausgleich, Anschlüsse PV, Wallbox, Wärmepumpe
- Messwerte je Anschlusspunkt: Durchgangswiderstand in Ω, Sollwert ≤ 0,2 Ω, Bestanden Ja/Nein
- Eingesetztes Messgerät: Hersteller, Typ, Seriennummer, letztes Kalibrierdatum
- Foto-Nachweis: Fundamenterder vor Verguss, HES, Übergangsstellen, Anschlüsse Blitzschutz / PV / Wallbox
- Anmerkungen / Mängel und durchgeführte Maßnahmen
- Ort, Datum, Unterschrift Errichter und Auftraggeber bzw. Bauleitung
Was passiert ohne (oder mit fehlerhafter) Durchgangsmessung?
Eine nicht durchgängige Erdungsanlage gefährdet Personen (Berührungsspannung, Schrittspannung), Anlagen (Überspannung durch Blitz, Netzfehler) und die gesamte Elektroinstallation – im schlimmsten Fall führt sie zum Brand oder zum tödlichen Stromunfall. Fehlt die Dokumentation nach DIN 18014, verweigert der Netzbetreiber die Inbetriebsetzung, die Gebäudeversicherung kann Leistungen wegen mangelnder Sorgfalt kürzen, Bauherr und Errichter haften gesamtschuldnerisch. Bei Blitzschutzanlagen führt eine unzureichende Erdung dazu, dass der Blitzstrom unkontrolliert ins Gebäude einkoppelt – mit Folgeschäden an Elektronik, Brandmeldeanlagen und Photovoltaik. Die saubere Durchgangsmessung mit Messwert ≤ 0,2 Ω je Anschlusspunkt ist daher kein bürokratischer Schritt, sondern unverzichtbarer Funktionsnachweis.
Digital messen statt Papierprotokoll im Baucontainer
Klassisch wird die Durchgangsmessung auf einem Papierprotokoll erfasst, später ins Word-Formular übertragen, eingescannt und in der Projektakte abgelegt – mit allen typischen Folgeproblemen (verlorene Blätter, unleserliche Messwerte, kein Bildnachweis vom Fundamenterder vor Verguss, fehlende Kalibrierdaten des Messgeräts). ProtocolHero erstellt das Durchgangsmessprotokoll direkt am Tablet auf der Baustelle: Stammdaten aus dem CRM vorausgefüllt, Anschlusspunkte als Liste mit Sollwert ≤ 0,2 Ω und automatischer Bestanden-Auswertung, Foto-Nachweis vom Fundamenterder direkt aus der Kamera, Messgerätedaten zentral hinterlegt (inkl. Kalibrierdatum-Warnung), beidseitige Touch-Unterschrift vor Ort, automatischer PDF-Versand an Bauleitung, Architekt, Bauherr und Netzbetreiber sowie revisionssichere Archivierung in der Projektakte mit eindeutiger Protocol-ID.
Häufige Fragen
Welcher Messwert gilt als „bestanden“ für die Durchgangsmessung?
Nach DIN VDE 0100-540 / DIN 18014 muss der Durchgangswiderstand vom jeweiligen Anschlusspunkt bis zur Haupterdungsschiene ≤ 0,2 Ω betragen – möglichst noch deutlich darunter (typisch < 0,1 Ω). Höhere Werte deuten auf schlechte Verbindungen, korrodierte Klemmen, zu lange Leitungswege oder einen unzureichenden Querschnitt hin. Wichtig: Der Erdungswiderstand der Erdungsanlage gegen Erde (gemessen mit Erdungsmessgerät, 3- oder 4-Pol-Methode) ist eine separate Messung mit anderem Sollwert (in Deutschland kein einheitlicher Grenzwert, oft ≤ 10 Ω für Blitzschutz).
Welche Messgeräte sind für die Durchgangsmessung zugelassen?
Eingesetzt werden Durchgangsmessgeräte (Niederohmmessgeräte) nach DIN EN 61557-4 mit einem Prüfstrom von mindestens 200 mA und einer Leerlaufspannung von 4–24 V DC. Typische Geräte: Gossen Metrawatt Profitest, Fluke 1664/1663, Megger MFT, Benning IT200. Das Gerät muss kalibriert sein (üblich: jährliche Kalibrierung bzw. nach Herstellerangabe), Kalibrierschein und Seriennummer gehören ins Protokoll. ProtocolHero hinterlegt Messgeräte zentral und warnt vor abgelaufener Kalibrierung, bevor die Messung in die Dokumentation übernommen werden kann.
Wann wird die Erdungsanlage gemessen – vor oder nach dem Verguss?
Die DIN 18014 verlangt eine Sichtprüfung und Foto-Dokumentation des Fundamenterders vor dem Verguss (Bewehrungsanschluss, Bandstahllage, Überlappungen, Anschlussfahnen) – die Durchgangsmessung selbst erfolgt nach Anschluss an die Haupterdungsschiene, sobald alle Anschlusspunkte zugänglich sind. In der Praxis wird oft zweistufig dokumentiert: erst Foto-Protokoll der Erderverlegung vor Verguss durch den Rohbauer, dann Durchgangsmessung durch den Elektrobetrieb nach Errichtung der HES. ProtocolHero verknüpft beide Schritte mit einer gemeinsamen Projekt-ID, damit die Beweiskette lückenlos bleibt.
Wer ist verantwortlich für die Erdungsanlage – Rohbauer oder Elektrobetrieb?
Nach DIN 18014 trägt der Errichter der Erdungsanlage die Verantwortung – das ist je nach Bauvertrag der Rohbauer (typisch bei Fundamenterdern, die in den Beton eingebracht werden) oder der Elektrobetrieb (bei Ringerdern, Tiefenerdern, HES und Verbindungsleitungen). Wichtig: Im Protokoll wird der Errichter namentlich mit Anschrift erfasst. Bei geteilter Verantwortung (Rohbauer = Fundamenterder, Elektrobetrieb = HES und Anschlüsse) sollten zwei verknüpfte Protokolle entstehen – die Gesamtverantwortung trägt der Elektroinstallateur, der die Anlage in Betrieb setzt.
Wie oft muss die Erdungsanlage wiederholt geprüft werden?
Bei Wohngebäuden ohne Blitzschutz ist nach Erstprüfung keine regelmäßige Wiederholungsprüfung der Erdungsanlage zwingend vorgeschrieben – sie ist aber im Rahmen der DGUV V3 / E-Check Prüfungen (alle 4 Jahre Wohnen, kürzere Intervalle Gewerbe) zu prüfen. Mit Blitzschutzanlage gilt die DIN EN 62305-3: alle 1–4 Jahre, je nach Schutzklasse (LPS I/II jährlich, III/IV alle 2–4 Jahre). Bei Sondergebäuden (Versammlungsstätten, Industrie) gelten kürzere Intervalle. Das Erstmessprotokoll bleibt dauerhaft Teil der Gebäudeakte und ist Referenz für alle Folgemessungen.
Kann ich die Messung offline auf der Baustelle dokumentieren?
Ja. ProtocolHero funktioniert offline – Stammdaten, Anschlusspunkt-Liste, Fotos und Unterschriften liegen lokal auf dem Tablet und werden synchronisiert, sobald wieder Netz verfügbar ist. Das ist im Rohbau, Keller oder Industriehallen ohne Empfang entscheidend: die Durchgangsmessung muss nie unterbrochen werden, das fertige Protokoll geht nach der Synchronisierung automatisch an Bauleitung, Architekt und Bauherr und liegt revisionssicher in der Projektakte – inklusive Foto-Nachweis vom Fundamenterder, das wenig später unter Beton verschwindet.
Was ProtocolHero zusätzlich für dich übernimmt
Eine Vorlage allein ist erst der Anfang – ProtocolHero macht aus jedem Protokoll einen durchgängigen digitalen Workflow mit KI-Unterstützung, Workflow-Freigaben und revisionssicherem Archiv.
HERO Assistant – KI-Chat für Dokumentenerstellung
Der HERO Assistant ist der eingebaute KI-Chat von ProtocolHero. Du kannst per Spracheingabe ein komplettes Protokoll anlegen lassen ("Erstelle mir einen neuen Protokoll für Kunde Müller, Baustelle Elbstraße"), oder ein bestehendes PDF / Foto / Word-Dokument hochladen – die KI liest die Struktur aus und baut eine wiederverwendbare Vorlage daraus.
Auto-Fill aus Sprache, Foto und Datei
Beim Ausfüllen kannst du das Protokoll per Sprachsteuerung diktieren – die KI ordnet die Inhalte automatisch den richtigen Feldern zu. Oder du lädst Fotos, Scans, Verträge, Datenblätter oder Ausweise hoch (z. B. Arbeitsvertrag + Personalausweis beim Personalfragebogen, Typenschild beim Wartungsprotokoll, Lieferschein beim Bautagesbericht): Der HERO Assistant extrahiert die Daten und befüllt das Formular vor – du prüfst und unterschreibst.
Foto- und Video-Upload direkt im Dokument
Zu jedem Bauteil, Messpunkt oder Schadensbild kannst du Fotos und Videos direkt aus der App anhängen. Videos sind besonders nützlich, wenn ein Schadensbild dynamisch ist (laufendes Wasser, tropfende Leitung, ungewöhnliche Geräusche an einer Anlage) – ein einzelnes Standbild würde den Befund nicht ausreichend dokumentieren.
Kommentare als Aufgaben – intern und mit dem Kunden
Jede Position im Protokoll kann kommentiert und als Aufgabe an einen Kollegen, an dich selbst oder direkt an den Kunden zugewiesen werden ("bitte fehlendes Datenblatt nachreichen", "Mangel bis 15.06. beheben"). Kommentare können wahlweise rein intern bleiben oder im freigegebenen Kundenlink mitgeteilt werden.
Workflow: Bearbeiter zuweisen, Prüfer freigeben
Dokumente lassen sich an Kollegen weiterleiten ("zur Vervollständigung an den Monteur", "zur Endkontrolle an den Meister") und können einen festen Prüfer haben, der die letzte fachliche Freigabe erteilt, bevor das Protokoll unterschrieben oder an den Kunden geht.
Activity-Log für lückenlose Nachvollziehbarkeit
Jedes Protokoll hat einen vollständigen Aktivitäts-Verlauf: Wer hat wann was geändert, kommentiert, hochgeladen, freigegeben, unterschrieben. Das Log ist auf Wunsch auch im Kunden-Freigabelink sichtbar – ideal für Auditoren, Versicherer und Kunden, die die Entstehung des Dokuments nachvollziehen wollen.
Eindeutige Protocol-ID je Dokument
Jedes Protokoll bekommt automatisch eine eindeutige Protocol-ID, mit der es sich zweifelsfrei referenzieren, verlinken und im Audit-Trail wiederfinden lässt.
Automatische Berichts-Nummerierung
In KürzeFortlaufende, lückenlose Berichts-Nummern (z. B. Protokoll-2026-001, 002, 003 …) je Dokumenttyp und Kunde – ohne manuelles Vergeben, ohne Dubletten.
Web-Formular & Inbox
In KürzeVorlagen lassen sich als öffentliches Web-Formular auf der eigenen Website einbinden – ein ausgefülltes Protokoll (z. B. Anfrage, Schadensmeldung, Auftragsbestätigung) landet automatisch in deiner ProtocolHero-Inbox zur Weiterbearbeitung.
QR-Code-Etiketten für Anlagen und Bauteile
In KürzeQR-Code-Etiketten pro Anlage / Bauteil / Abschottung, die beim Scannen direkt das hinterlegte Protokoll, die Historie und alle Wartungs- bzw. Prüfdokumente öffnen.



