PV Standortaufnahme – Checkliste für Photovoltaik-Vor-Ort-Termin
Eine PV-Anlage wird nur so gut wie ihre Standortaufnahme. Wer am Vor-Ort-Termin nicht systematisch erfasst, was vorhanden ist und was bauseits noch geschaffen werden muss, kalkuliert später Nachträge statt Margen: vergessene Dachstatik, unbekannte Schnee- oder Windlastzone, fehlender Platz im Zählerschrank, falsch eingeschätzte Verschattung. Diese Checkliste deckt alle Themen einer professionellen PV-Standortaufnahme ab: Auftraggeber, Auftragnehmer und Auftragsnummer, Gebäudedaten (Anschrift, Gebäudeart, Höhe ü. NN, Schnee- und Windlastzone, Stromverbrauch, Denkmalschutz, Architekt, Elektromeister), Dach (Form, Eindeckung, Statik, Ausrichtung, Neigung, Maße, Verschattung), Elektroinstallation (Hausanschluss, Zählerschrank, Leitungswege, Wechselrichter-Standort), Speicher und Wallbox, Anmeldung beim Netzbetreiber sowie Foto-Dokumentation und beidseitige Touch-Unterschrift.

Wann lohnt sich eine strukturierte PV-Standortaufnahme?
Sobald über die Standardlösung „kleine Aufdachanlage auf gerader Süd-Pfannenfläche“ hinausgegangen wird, ist eine geführte Checkliste Pflicht. Typische Anlässe:
- Einfamilienhaus mit komplexerer Dachform (Walmdach, Mansarddach, Gauben, mehrere Flächen)
- Bestandsgebäude mit unklarer Dachstatik, alter Eindeckung oder Asbestplatten
- Mehrfamilienhaus / WEG mit Mieterstrom, gemeinsamer Anlage oder mehreren Eigentümern
- Gewerbe- und Hallendach (Trapezblech, Foliendach, Bitumen) mit hoher kWp-Klasse
- Kombi-Projekte mit Stromspeicher, Wallbox, Wärmepumpe oder PV-Überschussladen
- Denkmal- oder Ensembleschutz, Sondergenehmigungen, Bauvoranfragen
- Förderanträge (KfW, BAFA, EEG, Länder) – vollständige Standortdokumentation Pflicht
Pflichtinhalte der PV-Standortaufnahme
Eine belastbare Standortaufnahme ist mehr als Aufmaß und Ausrichtung – sie deckt vier Ebenen ab: Gebäude, Dach, Elektroinstallation und Genehmigung / Anmeldung. Vollständige Inhalte:
- Auftraggeber und Auftragnehmer: Firma, Anschrift, Ansprechpartner, Kontakt, Auftrags-Nr., Prüfer
- Gebäudedaten: Anschrift, Gebäudeart (Neubau / Bestand), Höhe ü. NN, Schneelastzone, Windlastzone, aktueller Stromverbrauch (kWh/a), Denkmal-/Ensembleschutz, Architekt und Elektromeister
- Dach: Form (Sattel-, Walm-, Pult-, Flach-), Eindeckung (Pfanne, Trapezblech, Bitumen, Folie), Alter und Zustand, Dachstatik / Sparrenabstand
- Ausrichtung und Neigung pro Teilfläche, nutzbare Maße, Hindernisse (Schornstein, Gauben, Dachfenster, Aufbauten)
- Verschattung: Bäume, Nachbargebäude, Antennen, jahreszeitliche Verschattung – idealerweise mit Foto / 360°-Aufnahme
- Elektroinstallation: Hausanschlusswert, Zählerschrank (Reserve, TAB-konform, Sammelschienenadapter, Plombierung), bestehende Verteilung, Leitungswege zum Wechselrichter, Erdung / Blitzschutz
- Wechselrichter-Standort: Aufstellort (Keller, HWR, Garage, Außen), Temperatur, Luftfeuchte, Lärm, WLAN-Empfang
- Speicher und Wallbox: gewünschte Kapazität, Aufstellort, Lastmanagement, § 14a EnWG (steuerbare Verbrauchseinrichtungen)
- Netzanschluss / Anmeldung: Netzbetreiber, EEG-Anmeldung, MaStR, Inbetriebsetzung
- Foto-Dokumentation: Dach (jede Teilfläche), Verschattung, Zählerschrank, Hausanschluss, Wechselrichter-Standort, Speicher- und Wallbox-Standort, Außenansicht
- Anmerkungen, offene Punkte, bauseitige Leistungen, Termin für Angebot
- Ort, Datum, Touch-Unterschrift Auftraggeber und Auftragnehmer
Was passiert ohne saubere Vor-Ort-Aufnahme?
Lückenhafte Standortaufnahmen sind die häufigste Ursache für Nachträge, verschobene Inbetriebnahmen und Streit mit Auftraggebern. Typische Folgen: nicht eingeplante Dachverstärkung, falsche Modul- oder Wechselrichterauswahl, zu klein dimensionierter Zählerschrank, fehlende FI-Schutzschalter Typ B, vergessene Anmeldung beim Netzbetreiber, Probleme mit Denkmalschutz oder Bauamt. Bei Förderanträgen (KfW, EEG, Länderprogramme) führen unvollständige Standortdokumentationen zu Ablehnungen oder Rückforderungen. Eine vollständig fotografierte und unterschriebene Standortaufnahme ist die Grundlage für ein belastbares Angebot, eine saubere Statik- und Elektroplanung und eine genehmigte Anmeldung beim Verteilnetzbetreiber.
Digital aufnehmen statt Ringbuch und Maßband
Klassisch wird die PV-Standortaufnahme auf einem Papierformular festgehalten, Fotos liegen im Handy, Dachmaße auf einem Notizzettel, Verschattung im Kopf des Beraters – die Übertragung ins CRM oder Auslegungstool dauert Stunden und Details gehen verloren. ProtocolHero erstellt die Standortaufnahme direkt am Tablet vor Ort: Auftraggeber- und Gebäudedaten aus dem CRM vorausgefüllt, Schnee- und Windlastzone als geführte Auswahl, Dachflächen positionsweise mit Maßen und Foto erfasst, Verschattung per Bild oder Skizze, Zählerschrank und Wechselrichter-Standort mit Foto und Kommentar. Speicher- und Wallbox-Wünsche, § 14a-Steuerbarkeit und Förderoptionen als strukturierte Felder, beidseitige Touch-Unterschrift, automatischer PDF-Versand an Auftraggeber und revisionssichere Archivierung in der Projektakte mit eindeutiger Protocol-ID. Das Auslegungstool, das Angebot und die VNB-Anmeldung greifen direkt auf die strukturierten Daten zu – kein Abtippen, keine Rückfragen.
Häufige Fragen
Brauche ich für jede PV-Anlage einen Vor-Ort-Termin?
Für Kleinstanlagen (Balkonkraftwerk bis 800 W) reicht eine Online-Beratung. Sobald eine Aufdach- oder Indach-Anlage geplant wird, ist die Vor-Ort-Aufnahme Standard – allein schon, weil Dachstatik, Eindeckung, Verschattung und der Zustand des Zählerschranks aus der Ferne nicht seriös bewertbar sind. Bei Bestandsgebäuden, Walm- und Mansarddächern, Flachdach-Trapezblech, Mehrfamilienhäusern und gewerblichen Dächern ist die Vor-Ort-Aufnahme unverzichtbar. Sie liefert außerdem die Grundlage für die Anmeldung beim Verteilnetzbetreiber und für Förderanträge.
Warum sind Schnee- und Windlastzone so wichtig?
Schnee- und Windlast bestimmen die statische Auslegung der Unterkonstruktion und die Wahl der Befestigungssysteme. In Deutschland gibt es fünf Schneelastzonen (1, 1a, 2, 2a, 3) und vier Windlastzonen (WZ 1–4), die regional über die DIN EN 1991 (Eurocode 1) zugeordnet sind. Liegt der Standort z. B. in Schneelastzone 3 und Windlastzone 4 (Nordseeküste), gelten deutlich höhere Anforderungen an Klemmen, Schienen und Dachhaken als in Zone 1/1. Wer die Zonen am Vor-Ort-Termin nicht erfasst, riskiert unterdimensionierte Statik – im Schadensfall haftet das ausführende Unternehmen.
Muss eine PV-Anlage beim Netzbetreiber angemeldet werden?
Ja – jede netzgekoppelte PV-Anlage ist gemäß § 8 EEG / NAV beim örtlichen Verteilnetzbetreiber anmeldepflichtig, vor Inbetriebnahme ist eine Zustimmung erforderlich. Zusätzlich muss die Anlage spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur eingetragen werden – sonst droht der Verlust der EEG-Vergütung. Ab 25 kWp gelten erweiterte Anforderungen (Direktvermarktung, FRE-Steuerung). Die Standortaufnahme liefert sämtliche Angaben für die VNB-Anmeldung (Standort, Leistung, Wechselrichter, Speicher, Steuerbarkeit nach § 14a EnWG).
Wie wird Verschattung korrekt erfasst?
Verschattung beeinflusst den Ertrag massiv – schon ein einzelnes verschattetes Modul kann den Strang ohne Optimierer / Mikrowechselrichter um 20 % und mehr drücken. Erfasst werden müssen: feste Verschattungsobjekte (Schornstein, Gauben, Dachfenster, Antennen, Nachbargebäude), wechselnde Verschattungen (Bäume) und jahreszeitliche Sonnenstände (Wintersonne tiefer = stärkere Verschattung). Bewährt sind Foto-Panoramen vom Aufstellort, eine 360°-Aufnahme oder ein Solarpfad-Tool. Bei kritischen Standorten wird die Modulplanung an die Verschattung angepasst (Strangverlauf, Optimierer, Mikrowechselrichter).
Was ist mit Denkmalschutz und Bauamt?
Bei Gebäuden im Denkmalschutz, in einem Ensembleschutz oder in einer Erhaltungssatzung ist eine PV-Anlage genehmigungspflichtig – Lage, Modulfarbe, Rahmenfarbe und Sichtbarkeit von öffentlichen Verkehrsflächen aus werden geprüft. Seit dem PV-Strategiepaket der Bundesregierung wurden viele Hürden gesenkt (Pflicht zur wohlwollenden Prüfung), eine Genehmigung ist aber weiterhin erforderlich. Die Standortaufnahme sollte den Schutzstatus, Bauvoranfragen und die zuständige Denkmalbehörde dokumentieren, damit Bauantrag und Förderantrag parallel auf den Weg gebracht werden können.
Kann ich die Standortaufnahme offline am Tablet durchführen?
Ja. ProtocolHero funktioniert offline – Stammdaten, Vorlagen, Fotos und Unterschriften liegen lokal auf dem Tablet und werden automatisch synchronisiert, sobald wieder Netz verfügbar ist. Das ist gerade bei Hallen, Dachgeschossen und ländlichen Standorten ohne stabilen Empfang wichtig: die Aufnahme muss nie unterbrochen werden, das fertige Protokoll wird nach der Synchronisierung sofort als PDF an Auftraggeber und Projektakte verschickt und bildet die Grundlage für Angebot, VNB-Anmeldung und Förderantrag.
Was ProtocolHero zusätzlich für dich übernimmt
Eine Vorlage allein ist erst der Anfang – ProtocolHero macht aus jedem Protokoll einen durchgängigen digitalen Workflow mit KI-Unterstützung, Workflow-Freigaben und revisionssicherem Archiv.
HERO Assistant – KI-Chat für Dokumentenerstellung
Der HERO Assistant ist der eingebaute KI-Chat von ProtocolHero. Du kannst per Spracheingabe ein komplettes Protokoll anlegen lassen ("Erstelle mir einen neuen Protokoll für Kunde Müller, Baustelle Elbstraße"), oder ein bestehendes PDF / Foto / Word-Dokument hochladen – die KI liest die Struktur aus und baut eine wiederverwendbare Vorlage daraus.
Auto-Fill aus Sprache, Foto und Datei
Beim Ausfüllen kannst du das Protokoll per Sprachsteuerung diktieren – die KI ordnet die Inhalte automatisch den richtigen Feldern zu. Oder du lädst Fotos, Scans, Verträge, Datenblätter oder Ausweise hoch (z. B. Arbeitsvertrag + Personalausweis beim Personalfragebogen, Typenschild beim Wartungsprotokoll, Lieferschein beim Bautagesbericht): Der HERO Assistant extrahiert die Daten und befüllt das Formular vor – du prüfst und unterschreibst.
Foto- und Video-Upload direkt im Dokument
Zu jedem Bauteil, Messpunkt oder Schadensbild kannst du Fotos und Videos direkt aus der App anhängen. Videos sind besonders nützlich, wenn ein Schadensbild dynamisch ist (laufendes Wasser, tropfende Leitung, ungewöhnliche Geräusche an einer Anlage) – ein einzelnes Standbild würde den Befund nicht ausreichend dokumentieren.
Kommentare als Aufgaben – intern und mit dem Kunden
Jede Position im Protokoll kann kommentiert und als Aufgabe an einen Kollegen, an dich selbst oder direkt an den Kunden zugewiesen werden ("bitte fehlendes Datenblatt nachreichen", "Mangel bis 15.06. beheben"). Kommentare können wahlweise rein intern bleiben oder im freigegebenen Kundenlink mitgeteilt werden.
Workflow: Bearbeiter zuweisen, Prüfer freigeben
Dokumente lassen sich an Kollegen weiterleiten ("zur Vervollständigung an den Monteur", "zur Endkontrolle an den Meister") und können einen festen Prüfer haben, der die letzte fachliche Freigabe erteilt, bevor das Protokoll unterschrieben oder an den Kunden geht.
Activity-Log für lückenlose Nachvollziehbarkeit
Jedes Protokoll hat einen vollständigen Aktivitäts-Verlauf: Wer hat wann was geändert, kommentiert, hochgeladen, freigegeben, unterschrieben. Das Log ist auf Wunsch auch im Kunden-Freigabelink sichtbar – ideal für Auditoren, Versicherer und Kunden, die die Entstehung des Dokuments nachvollziehen wollen.
Eindeutige Protocol-ID je Dokument
Jedes Protokoll bekommt automatisch eine eindeutige Protocol-ID, mit der es sich zweifelsfrei referenzieren, verlinken und im Audit-Trail wiederfinden lässt.
Automatische Berichts-Nummerierung
In KürzeFortlaufende, lückenlose Berichts-Nummern (z. B. Protokoll-2026-001, 002, 003 …) je Dokumenttyp und Kunde – ohne manuelles Vergeben, ohne Dubletten.
Web-Formular & Inbox
In KürzeVorlagen lassen sich als öffentliches Web-Formular auf der eigenen Website einbinden – ein ausgefülltes Protokoll (z. B. Anfrage, Schadensmeldung, Auftragsbestätigung) landet automatisch in deiner ProtocolHero-Inbox zur Weiterbearbeitung.
QR-Code-Etiketten für Anlagen und Bauteile
In KürzeQR-Code-Etiketten pro Anlage / Bauteil / Abschottung, die beim Scannen direkt das hinterlegte Protokoll, die Historie und alle Wartungs- bzw. Prüfdokumente öffnen.



